Amortisationsdauer berechnen

Die Amortisationsdauer (Payback) sagt, nach welcher Zeit eine Investition durch ihre Rückflüsse wieder hereingeholt ist. Eine einfache, beliebte Kennzahl für Investitionsentscheidungen.

Die Formel

Bei gleichbleibenden jährlichen Rückflüssen: Amortisationsdauer = Investitionssumme ÷ jährlicher Rückfluss. Bei schwankenden Rückflüssen zählt man die Jahre, bis die kumulierten Rückflüsse die Investition erreichen.

  • Investitionssumme (Anschaffung)
  • Jährlicher Rückfluss (Einsparung oder Gewinn)
  • Dauer = Investition ÷ Rückfluss (bei konstantem Rückfluss)
  • sonst: kumulierte Rückflüsse bis Break-even zählen

Rechenbeispiel

Eine Maschine kostet 120.000 € und spart 30.000 € pro Jahr. Amortisationsdauer = 120.000 ÷ 30.000 = 4 Jahre. Danach beginnt die Investition, sich zu „lohnen".

Grenzen der Kennzahl

Die Amortisationsdauer ignoriert, was nach dem Break-even passiert, und (in der einfachen Form) den Zinseffekt. Für eine vollständige Bewertung ergänzen Sie den Kapitalwert.

Statische und dynamische Methode

Die statische Amortisationsrechnung teilt die Anschaffung durch den jährlichen Rückfluss. Sie ist schnell, ignoriert aber, dass ein Euro in fünf Jahren weniger wert ist als heute. Die dynamische Methode diskontiert die Rückflüsse mit einem Kalkulationszinssatz und fragt, wann die Summe der abgezinsten Rückflüsse die Anschaffung erreicht. Bei kurzen Laufzeiten unter drei Jahren ist der Unterschied gering; bei Laufzeiten über fünf Jahren verlängert die dynamische Rechnung die Amortisation deutlich – und ist die realistischere Zahl.

  • Statisch: Anschaffung ÷ jährlicher Rückfluss
  • Dynamisch: Rückflüsse mit Kalkulationszins abdiskontieren
  • Ab etwa fünf Jahren Laufzeit ist die dynamische Rechnung Pflicht

Was in den Rückfluss gehört

Der Rückfluss ist ein Cashflow, kein Gewinn. Er besteht aus der Einsparung oder dem Mehrerlös durch die Investition, vermindert um die zusätzlichen laufenden Auszahlungen – Wartung, Energie, Schulung, Versicherung. Die Abschreibung gehört ausdrücklich NICHT hinein: sie ist Aufwand, aber kein Geldfluss, und wurde mit der Anschaffung schon berücksichtigt. Sie doppelt zu erfassen ist der häufigste Fehler und verlängert die gerechnete Amortisation künstlich.

  • Einsparung oder Mehrerlös je Jahr
  • − zusätzliche laufende Auszahlungen (Wartung, Energie, Schulung)
  • = Rückfluss; Abschreibung bleibt außen vor

Beispielrechnung

Eine Maschine kostet 120.000 Euro und ersetzt Arbeitsschritte im Wert von 46.000 Euro Personalkosten je Jahr. Zusätzlich fallen 8.000 Euro Wartung und Energie an – Rückfluss also 38.000 Euro. Statisch: 120.000 ÷ 38.000 = 3,16 Jahre. Dynamisch mit 6 Prozent Kalkulationszins: die abdiskontierten Rückflüsse betragen nach drei Jahren 101.580 Euro und nach vier Jahren 131.680 Euro – die Amortisation liegt also bei rund 3,6 Jahren. Der Unterschied von fast einem halben Jahr entscheidet in Grenzfällen über die Investition.

  • Rückfluss: 46.000 − 8.000 = 38.000 Euro je Jahr
  • Statische Amortisation: 3,16 Jahre
  • Dynamische Amortisation bei 6 %: rund 3,6 Jahre

Grenzen der Kennzahl

Die Amortisationsdauer ist ein Risikomaß, kein Rentabilitätsmaß. Sie sagt, wie lange Kapital gebunden ist – nicht, wie viel die Investition insgesamt einbringt. Eine Anlage, die sich in zwei Jahren amortisiert und danach ausfällt, ist schlechter als eine mit vier Jahren und zehn Jahren Nutzungsdauer. Alles, was nach dem Amortisationszeitpunkt passiert, ignoriert die Kennzahl vollständig. Betrachten Sie sie deshalb immer zusammen mit der Nutzungsdauer und dem Kapitalwert.

Typische Fehler

Diese Punkte lassen Investitionen besser oder schlechter aussehen, als sie sind.

  • Abschreibung im Rückfluss mitrechnen
  • Laufende Zusatzkosten der Investition vergessen
  • Bei langen Laufzeiten nur statisch rechnen
  • Die Amortisationsdauer als Rentabilitätskennzahl verwenden
  • Restwert am Ende der Nutzungsdauer unterschlagen

In Excel umsetzen

Je Investition eine Zeile mit Anschaffung, jährlicher Einsparung, laufenden Zusatzkosten und Nutzungsdauer als Eingabe; Rückfluss, statische und dynamische Amortisation als Formelspalten. Der Kalkulationszinssatz gehört auf ein Annahmen-Blatt – dann lässt sich mit einer Zahl prüfen, welche Vorhaben bei einem höheren Zins noch tragen. Eine Jahrestabelle mit kumulierten abdiskontierten Rückflüssen macht den Amortisationszeitpunkt sichtbar statt nur berechenbar.

  • Annahmen-Blatt mit Kalkulationszinssatz
  • Jahresweise Tabelle mit kumuliertem abdiskontiertem Rückfluss
  • Statische und dynamische Amortisation nebeneinander zeigen
  • Nutzungsdauer als Spalte – zur Einordnung der Kennzahl

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